Pecha Kucha ist ein stylisches Präsentationskonzept aus Japan. Gezeigt werden zumeist Themen aus dem Bereich Design, wobei das nicht unbedingt der Fall sein muss. Dazu aber später mehr. Erstmal zu Japan... Der kreative Osten... So eine Event-Idee kann ja fast nur dort entstehen. Genau genommen stehen aber zwei Europäer hinter der kultigen Bewegung: Astrid Klein und Mark Dytham haben vor ein paar Jahren rüber gemacht - also von Europa nach Japan - und dort ist die Idee dann entstanden.



Vor Pecha Kucha waren Präsentationen oft langatmig, anstrengend und teilweise einschläfernd. Das Publikum war durch ausschweifende Erklärungen der Redner und unübersichtliche Powerpointfolien schnell am Ende der Aufnahmefähigkeit angelangt und konnte nach zwei oder drei Präsentationen den noch folgenden Berichten anderer Sprecher nicht mehr recht folgen - also ähnlich wie bei diesem Satz ;-) Ein Problem, mit dem auch Astrid und Mark bei Vorträgen für ihr Architekturbüro zu kämpfen hatten. Darum entwickelten sie ein Konzept, bei dem jeder die gleichen Voraussetzungen für seinen Vortrag bekam: Gleich viele Bilder, gleich viel Zeit. Mit 20 Bildern zu je 20 Sekunden war die ideale Präsentationszeit von 6 Minuten und 40 Sekunden gefunden - und Pecha Kucha geboren. Für eine sogenannte "Pecha Kucha Night", also einen modernen Diaabend mit PowerPoint-Slideshow, bietet sich idealerweise eine Gruppe von 14 Sprechern an. Und so wird es in mittlerweile über 250 Städten weltweit praktiziert.

"Pecha Kucha" spricht man übrigens wie "petschaktscha" aus (im Alltagsgebrauch wird aber gerne auch "petscha kutscha" verwendet) und ist eine Anlehnung an das Englische "chitchat", also plaudern oder schwatzen - auf Japanisch heißt es so viel wie "wirres Geplapper". Astrid Klein und Mark Dytham rufen vor einer Pecha Kucha Night gerne mal durch und erfreuen die Besucher mit einem freudestrahlenden Videogruß. Dann heißt es: Tokyo Calling.
 


Die Themen für Pecha Kucha sind generell nicht vorgegeben. Dennoch ist es den Organisatoren natürlich freigestellt, Veranstaltungen unter ein bestimmtes Motto zu stellen. Gerne werden Themen rund um Design, Mode und Kunst aufgenommen, vielleicht weil diese Themen ja auch was fürs Auge bieten - was aber nicht davon abhalten soll, zu den Bildern auch etwas zu sagen :-)
So unterschiedlich die Themen für Pecha Kucha sind, so verschieden sind auch die Ansätze bei der Gestaltung der Plakate. Ein paar gestalterische Grundelemente werden von den Erfindern des Konzepts zur Verfügung gestellt, um ein mehr oder weniger einheitliches Bild für Pecha Kucha-Veranstaltungen zu ermöglichen: Bekannt sind vor allem das Wirbelsymbol, der sogenannte Swirl, und natürlich der Pecha Kucha-Schriftzug. Beide sind aber optional, also keine feste Vorgabe.

Dass es bei den Vorträgen ebenso keine festen Vorgaben gibt, kann man an den unterschiedlichen Präsentationsweisen erahnen. Hauptsache: 20 Bilder, 20 Sekunden... 6 Minuten, 40 Sekunden - und los geht's!

Astrid Klein

Astrid Klein wurde als Tochter deutscher Eltern in Italien geboren. International sollte es weiter gehen: Sie besuchte die Schule in Frankreich und studierte anschließend in Großbritannien Architektur, wo sie am Royal College of Art, London, ihren Magister ablegte. 1988 zog sie nach Japan und arbeitete dort zunächst bei Toyo Ito in Tokio. 1991 gründete sie mit Mark Dytham ihr eigenes Architekturbüro KDa: Klein-Dytham architecture, wo neben Architektur auch Innenräume, temporäre Bauten, Möbel und andere Installationen entstehen.

Mark Dytham

In den 60er Jahren wurde Mark Dytham im Bezirk Milton Keynes, Großbritannien, geboren. Er studierte Architektur am Royal College of Art in London, wo er Astrid Klein kennen lernte. 1988 zogen sie nach Japan und waren dort bei Toyo Ito in Tokio als Architeken tätig. Seit 1991 leitet Mark Dytham zusammen mit Astrid Klein eines von Japans angesagtesten Designbüros, KDa (Klein Dytham architecture). Im Jahr 2000 wurde er als MBE (Member of the British Empire) für seine Verdienste am Britischen Design in Japan ausgezeichnet.

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Arikel von Klaus Schlichter
© .designervolk | Bilder: Mack D. Male, pknBali, pknValencia, pknDublin | Video: pknAalen


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