Für besondere Anlässe sollte man sich schon ein wenig aufbrezeln: Den besten Anzug aus der Reinigung holen, Hemdkragen nochmal stärken, Manschettenknöpfe anlegen und mit der edelsten Krawatte um den Hals kann es dann endlich losgehen: Zeichnen mit einem der neuen rOtring-Fallminenstifte! Sobald man einen rOtring 600 oder 800 in Händen hält, fühlt man sich im schlabbrigen T-Shirt irgendwie underdressed :-)

Jaja - es geht um Stifte: Manch einer mag sich wehmütig an die legendären 600er- und 800er-Serien des bekannten Stiftherstellers erinnern. Mittlerweile sind sie zu Raritäten geworden und auch um rOtring selbst ist es seit ein paar Jahren recht still geworden. Um an diese Zeiten zu erinnern und mit etwas Glück wohl auch wieder daran anknüpfen zu können, will man nun in einer Kommunikationskampagne der Marke neues Leben einhauchen: "Create Reality". Künstler wie McBess, Kätlin Kaljuvee, Trust und Julian Rentzsch zeigen dabei den Einsatz von rOtring-Stiften in ihrem kreativen Schaffensprozess. Um alt und neu, früher und heute, analog und digital zu verbinden, gibt es zudem die neue SketchOn App für iPhones und iPads: Handgezeichnete Illustrationen und Skizzen lassen sich hiermit fotografieren, in einem Online-Zeichenblock bearbeiten, verwalten und mit Freunden teilen. Die App wird sich jedoch beweisen müssen, gibt es doch schon einige andere Mitbewerber, die mit ähnlichen Diensten locken. Aber warum nicht!? Einfach mal die Plattformen vergleichen...



Extrem spannend ist jedoch die Neuauflage der Klassiker rotring 600 und 800! Tatsächlich sind die neuen Edelstifte echte Hingucker. Die Optik ähnelt natürlich dem Vorbild von damals: Äußerst elegant und einfach gehalten, puristisch eben, Ganzmetall-Gehäuse, gefräster Griffbereich, abnehmbarer Clip, dazu das klassische Sechskant-Design, um wildes Herumrollen des Stifts auf dem Tisch zu unterbinden.

Äußerlich sehen die Stifte der 600er- und 800er-Serie erstmal gar nicht allzu verschieden aus, die Verwandtschaft ist unverkennbar, doch Details machen den Unterschied: Der rOtring 600 hat eine starre Minenhülse, beim 800er ist sie dagegen versenkbar! Durch ein Drehen am Griffende lässt sich der goldene Kopf stilvoll ein- und ausfahren. Dadurch ist das Minenröhrchen ideal geschützt und auch die fein aufgebügelte Hemdtasche, wenn sie zum Stift-Transport genutzt wird, muss keine Pieksattacken der Mine fürchten. Das ist sehr schön gelöst. Aber auch der rOtring 600 hat ein Drehfeature: Wo beim "großen Bruder" die Minenposition reguliert wird, lässt sich hier in einem Sichtfenster der Härtegrad der Mine einstellen. Für die passende Mine im Innern muss man jedoch selbst sorgen ;-) Eine nette Lösung zur Unterscheidung mehrerer gleicher Stifte. Unter der Kappe des Drückers versteckt sich übrigens typischerweise ein kleiner Radiergummi.



Wirft man einen Blick auf die Mechanik, zeigt sich beim 600er ein großes Plastikelement während beim 800er auch an dieser Stelle Metall verbaut ist. Dieser Unterschied macht sich auch in der Balancierung des Stifts bemerkbar: Generell liegen beide Stifte sehr gut in der Hand, die 600er-Serie wirkt vorne aber leichter, während der 800er-Stift hier etwas schwerer scheint und sich dadurch schwungvoller führen lässt. Das mag allerdings benutzerabhängig sein und je nach Vorlieben auch von Vor- oder Nachteil sein. Ebenfalls auffällig: Das Klickgeräusch ist anders! Natürlich drückt man nun nicht ständig, um die Mine nachzuführen, hörbar ist jedoch, dass beim 800er das Klicken deutlich leiser ist als beim 600er. An der Funktion ändert das aber nichts...



Was so gar nicht zum Stift passt, ist sein Verpackungskarton. Der wird seinem edlen Inhalt leider in keiner Weise gerecht! Aber gut - er dient eben zum sicheren Transport, aber nicht zur Präsentation. Da könnte man vielleicht noch etwas machen... :-)



Die Fallminenstifte der 600er- und 800er-Serie sind ab Januar 2013 im Fachhandel erhältlich, online sind sie aber auch jetzt schon verfügbar. Einfach mal im neuen e-Shop von rOtring vorbeisurfen. Beide Modelle gibt es in den Stärken 0,5mm und 0,7mm, als Gehäusefarben stehen Chrom und Schwarz zur Auswahl. Der rOtring 600 kostet 30EUR, der rOtring 800 kann für 60EUR erworben werden. Preise, die durchaus zum kräftigen Durchatmen anregen, dafür bekommt man aber auch ein High-End-Zeichengerät, das gut gepflegt von Generation zu Generation weitergereicht werden kann und vielleicht selbst einmal zur Legende wird...

Wir hatten sehr viel Freude beim Testen der Stifte, besten Dank! Außerdem warten im Rahmen einer Verlosung nun zwei rOtring-Fallminenstifte, jeweils einer aus der 600er- und einer aus der 800er-Serie, aufs .designervolk!

Das Gewinnspiel ist mittlerweile beendet (Teilnahmeschluss war der 26. Dezember 2012) und die Preisträger sind ausgelost. Wir wünschen viel Spaß und kreative Stunden mit den edlen Stiften. Vielen Dank an alle Teilnehmer!

Informationen zur Rezension


Review von Klaus Schlichter
© .designervolk | rOtring ist ein Markenname der Sanford Corporation/Newell Rubbermaid, USA | Vervielfältigung und Abdruck nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors


Kommentare

Maya
17. Dezember 2012, 14:57 Uhr
Ich zeichne viel. Ich habe einen alten Rotring, mehr als 20 Jahre alt. Es ist noch gut, aber Ich hoffe, dass Ich Glück habe und gewinne einen neuen Rotring:)
natalie
17. Dezember 2012, 16:00 Uhr
ich zeichne nicht viel, aber ich würde gerne - und da ist der rotring sicherlich ein toller lehrmeister (neben klaus)! =)
Gabor Suveg
18. Dezember 2012, 10:59 Uhr
Ich zeiche viel, ich habe immer was mit. ich habe alte stifte, und ich hatte gern ein neu :)
Zsuzsanna Süveg-Hollósy
20. Dezember 2012, 14:08 Uhr
Ich verwende seit 1968 Rotring Prudukte. Die sind alle gute qualiteat. Ich hofe zu gevinnen eine von diese Legende...
Frank Müller
21. Dezember 2012, 14:03 Uhr
Da ich schon seit meiner frühesten Kindheit die Rotring-Stifte meines Vaters verwende, fand ich diesen Artikel wirklich nett. Da wurden alte Erinnerungen geweckt und vor allem die, dass mir mein Vater auch zum Berufseinstieg einen Rotring-Bleistift geschenkt hat, den ich nach wie vor gerne verwende. Die Stifte liegen einfach toll in der Hand und sind vom Prinzip her einfach gut durchdacht. Man kann wirklich mit Fug und Recht behaupten, dass so ein Stift bei sorgfältigem Umgang ein Leben lang hält. Lustig fand ich, dass mir erst durch diesen Artikel klar wurde, wie sehr ich mit diesen Schreiberlingen verbunden bin. Man nimmt angenehme Dinge sehr schnell als selbstverständlich hin und manchmal muss man erst mit der Nase darauf gesoßen werden, dass gutes Handwerszeug die elementare Grundlage für gute Arbeit ist. Das war ein toller, sachlicher und wirklich gut geschriebener Artikel. Weiter so!
luc b.
23. Dezember 2012, 20:24 Uhr
ich zeichne gerne mit buntstifte und wurde gerne auch mit minenstifte zeichnen. beispiel eine rouge-gorge fur rotring. :) LB

Mimi
25. Dezember 2012, 23:05 Uhr
Die Marke Rotring ist seit Jahren Garant für hochwertige Stifte. Ein Handwerksmeister, mein Vater, schenkte mir damals ein Exemplar zu meinem bestandenen Vordiplom, seitdem bin ich ein treuer Nutzer.
Alex
26. Dezember 2012, 23:39 Uhr
Das ist noch echte Qualität, als angehender Landschaftsarchitekt würe ich mich über einen solchen Bleistift sehr freuen.